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[Tutorial] Comic erstellen


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1 Antwort zu diesem Thema

#1 Guest_Bane_*

Guest_Bane_*
  • Gäste

Geschrieben: 26 März 2009 - 05:01 Uhr

Hiho,

Dies ist ein Tutorial über das Erstellen eines Fotocomics. In diesem Tutorial zeige ich euch, wie man am einfachsten und mit Freeware einen Comic macht.

1. Die Vorplanung

1.1 Story ausdenken

Vor allem anderen muss man sich eine Story ausdenken, das ist am Anfang das wichtigste. Am besten, man schreibt seine Story auf ein Blatt, zumindest den Anfang und die Vorgeschichte (falls es eine geben sollte). Dann hat man schon mal einen Grund, auf den man bauen kann. Wenn ihr das habt, wird euch das Ausdenken der Fortsetzung leichter fallen. Auf dieses Blatt sollte man schon mal seine Ideen "vorzeichnen": Kästchen machen, seine Ideen reinmalen (z.B. einen Klon im Vordergrund, einen Starfighter im Hintergrund und Bäume drum rum). Macht euch Gedanken darüber, wer die Hauptfigur ist, in welchem Zeitalter euer Comic spielen soll (Galaktischer Bürgerkrieg, Aufstieg des Imperiums...). Wenn ihr euch eine anachronistische Story ausdenkt mit allen möglichen Zeitaltern des Star Wars Universums, dann fällt dieser Teil natürlich weg. Aber bedenkt: Mischungen von mehreren Klassen, die nichts miteinander zu tun haben kann zu Verwirrung führen, bzw. dem Leser gefällt die Geschichte nicht so gut.

1.2 Kulissen aufbauen

Wenn die Story (oder zumindest der Anfang) bereit ist, geht's an das Bauen.
Ich werde euch nicht erklären, wie man mit LEGO baut, das wisst ihr wahrscheinlich besser als ich ;)
Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten:
-Wenn ihr Innengebäude baut, dann sollte genug Platz sein, um eine Kamera reinstecken zu können. Ihr könnt natürlich auch das Gebäude ganz zu machen, ihr müsst dafür später ein Loch reinmachen. Ein abnehmbares Dach geht natürlich auch.
-Legt genug Grundplatten hin, es könnte sonst sein dass man auf den Fotos Stücke eures Bodens oder Tisches sieht. (Ausser ihr braucht keine Grundplatten)
-Zwischen den LEGO-Noppen ist es oft staubig: Platten, die man im Comic dann am meisten sieht, sollte man ein bisschen abstauben.

2. Fotografieren


Ihr habt eure Story, eure Kulisse und ggf. eure Fahrzeuge. Jetzt:

2.1 Art des Fotoapparats

-Handykameras sind für einen schönen Comic nicht zu empfehlen.
-Wie viele Megapixel das Teil hat, spielt keine große Rolle, die Bilder müssen sowieso verkleinert werden.
-Makromodus, die wichtigste Funktion einer Digitalkamera bei Comics: damit man die Figuren von ganz nah sehen kann und damit sie trotzdem scharf sind.
-Wenn man eine Gesamtansicht von oben fotografieren will, zum Beispiel die eines Schlachtfelds oder eines großen Gebäudes, dann den normalen Fotomodus benutzen. Dies nicht zu oft machen!
-Der Blitz muss bei Nahaufnahmen (Makromodus) aus sein, sonst ist das ganze Bild weiß und man erkennt nichts. Blitz ist auch sonst nicht sehr zu empfehlen.


2.2 Positionierung der Kamera


Ein Stativ braucht ihr nicht, kann aber nützlich sein, wenn man ein Gesamtbild machen will. Hier sind noch ein paar Tipps, wie und wo ihr eure Kamera hinstellen könnt.

-Ihr müsst die richtige Position für den Fotoapparat finden, denn denkt daran: es muss genug Platz sein für die Sprechblasen und ggf. für "Infokasten". Deshalb schon beim Positionieren überlegen, welche Figur dann gerade spricht und wo man Platz lassen sollte für Sprechblasen.
-Passt auf, dass im Hintergrund keine Bunten Gegenstände sind, das erschwert später das Bearbeiten (um einen Hintergrund einzufügen)
-Am besten, ihr stellt hinter euer LEGO-Werk ein großes weißes Stück Papier oder ein anderes Objekt, das nur einfarbig ist.
-Wenn ihr nun im Makromodus seid, dann visiert das richtige Ziel an. Hört sich zwar dumm an, aber die Kamera könnte ein anderes Objekt scharfstellen als das, was ihr wollt.

2.3 Belichtung

Die Belichtung ist auch ein wichtiger Punkt. Denn je nach dem wie viel Uhr es ist, ist die Belichtung anders (natürlich nur wenn ihr ein Fenster im Zimmer habt, was wohl die meisten haben). Und wenn man vormittags anfängt, wo Sonne scheint, und dann erst nachmittags weitermacht, wo die Sonne weg ist, sieht man den Unterschied sofort.
Ich mache es so: Ich arbeite immer mit künstlichem Licht (Lampe^^), selbst wenn die Sonne scheint, da eine Lampe immer das gleiche Licht ausstrahlt.
Die Lampe am besten hinter der Kamera aufstellen.
Ihr werdet mir sagen, in meinem Comic sind manche Bilder ganz grau, und andere neigen mehr zu orange. Das hab' ich extra so eingestellt, aber das spielt jetzt keine Rolle.



3. Bearbeitung am Computer

3.1 Bearbeitung einzelner Bilder

Wenn ihr ein paar Bilder gemacht habt, dann könnt ihr diese schon mal auf den Computer laden.
Falls ihr auf einem Bild ein Teil eures Zimmers als Hintergrund habt, dann könnt ihr diese löschen und einen normalen Hintergrund einfügen (z.B. einen Himmel). Das geht ganz einfach mit einfachsten Programmen, aber das werde ich hier nicht erläutern. Mit diesem Programm hier kann man aber solche Kleinigkeiten machen, dazu braucht's kein Photoshop. Oder ihr geht einfach hierhin. ;)
Wichtig aber ist, ihr müsst eure Bilder verkleinern. Dazu öffnet ihr dieses Programm (Paint.NET), öffnet euer Bild und drückt "Strg+R" und gebt bei der Breite 800 ein, höchstens 1200 (sonst wird die Datei danach zu groß und ihr könnt sie später nicht hochladen). Enter drücken, Speichern Unter, (Dateinamen ändern), fertig.

Wolves Notiz:
Um die Bilder zu bearbeiten, ist das wohl bekannteste Programm GIMP.
Das Programm ist die wohl professionnelste und umfangreichste Alternative zu Photoshop, allerdings komplett kostenfrei.

Generell: Bei Fragen zum Thema Bildbearbeitung, Hilfestellungen oder sonstigen Problemen:
Einfach in DIESEN Thread posten, dort wird euch sehr schnell geholfen- der Thread ist nich nur für "Profis", sondern wirklich für JEDEN.

3.2 Comic erstellen und Layout

Jetzt kommt's zum Layout-Programm: Ich benutze dafür OpenOffice, wenn ihr aber schon PowerPoint installiert habt, geht das auch. Wobei ich die freeware-Version besser finde.
Dabei sei wohlgemerkt: Es ist kein original Comic-Berarbeitungsprogramm. Es ist ein Präsentationsprogramm, aber das macht nichts. Es gibt natürlich auch ein Programm, das für Comics erschaffen wurde, ist aber Shareware (Software, die man kaufen muss).
Also, für diejenigen, die kein PowerPoint haben (oder die dieses Programm nicht benutzen wollen), können sich OpenOffice runterladen. Kostet nichts.

Wenn das getan ist, OpenOffice Draw aufmachen.
Hier ein Screen wie das Programm beim öffnen aussieht, sowie die standard-Funktionen, die man am meisten braucht um ein Comic zu erstellen, hab ich aufgeschrieben. Die Funktionen sind wirklich simpel.
Eingefügtes Bild


Noch ein Screen, diesmal mit einem Bild :)

Eingefügtes Bild

Auf die Bilder klicken für Originalgröße. (Nicht auf die gelbe Leiste, auf das Bild!)

Wenn du damit fertig bist, exportiere das Teil als PDF. Dazu musst du nur auf das PDF-Ikon drücken, unmittelbar unter dem "Einfügen". Dann auf einer Seite wie FileFront (es gibt viele andere)hochladen, Link ins Forum. Fertig! :D




Hoffe, das Tuto hilft euch, sehenswertere Comics zu machen, anstatt immer nur Bildergalerien;)
Diskussionsthread ist ab jetzt hier, falls irgenwas nicht klar sein sollte. Oder einfach pn an mich.

Liebe Grüße
Bane


Danke auch an Dry für die Erweiterung des Tutorials!

Bearbeitet von Bane, 26 März 2009 - 19:08 Uhr,
Update


#2 Guest_Dry_*

Guest_Dry_*
  • Gäste

Geschrieben: 29 März 2009 - 14:09 Uhr

Hey Leute,
nachdem 9/11 so schön vorgelegt hat, erweitere ich mal das Ganze:

Der interessierte Leser dürfte jetzt schon die Grundkenntnisse besitzen. Doch gibt es noch viele weitere Dinge zu beachten, wenn man einen ( qualitativ ) guten Comic machen will.

Panels - What the f...?

Panels...nie gehört? Nicht schlimm. Panels sind die "Kästchen", in denen sich alles abspielt. Sie halten jede Szene übersichtlich, grenzen aber auch ein. Man muss also auf engstem Raum klarkommen. Nunja, ganz so ernst ist es nicht. Sprechblasen ( zu denen ich später komme ) können schon mal rausragen, das haucht sogar der Szene Leben ein. Man sollte sich also die Panels zunutze machen und wie das geht, zeig' ich jetzt:

Eingefügtes Bild

Auf diesem netten Bild seht ihr zwei verschiedene Anordnungen mit verschiedenen Panel-Formen. Die linke Seite sieht nach genauerem Betrachten ziemlich starr und monoton aus. Aber hey! Diese Anordnung wäre doch was für eine langweilige Beerdigung! ;-D
Rechts hingegen, ist es ganz anders: verschiedene Formen bringen Dynamik ins Spiel, außerdem verstärkt die Anordnung diese Wirkung. Bei einem LSW-Comic, den wahrscheinlich jeder von euch macht/machen wird/gemacht hat, eignen sich solche Einstellungen sehr gut. Schließlich kommt in der beliebten Saga die Action nicht zu kurz.

Sprechblasen - Omg, es spricht!

Solange ihr keinen Comic über Taubstumme machen wollt, sind sie lebensnotwendig: die Sprechblasen! Nicht ein einziger, guter Comic kommt ohne Dialoge aus. Und auch hier gilt: Sprechblasen können einiges an Stimmung gut machen. Gezackte Formen drücken Aufforderungen, Rufe, Schreie, etc aus. "Blasen" anstatt "Zacken" symbolisieren die berühmte Denkblase.

Auch hier sollte man einiges beachten:
der Zacken der Sprechblase sollte nur die Richtung des Charakteres andeuten, bitte nie die Sprechblase bis zum Mund führen. Eure Helden werden es euch danken, Sprechblasen schmecken nicht gut und mit einer Zahnspange bleibt man immer dran hängen.

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Außerdem ist in Panels von vornherein wenig Platz, deshalb keine Textmauern schreiben, die 50% und mehr des ganzen Panels verdecken ( wie auf der linken Seite ). Dann doch lieber den Text auf mehreren Sprechblasen und eventuell auf verschiedenen Panels verteilen. ( natürlich kommt man manchmal nicht drum rum, viel Text zu schreiben; das sollte dann aber die Ausnahme sein )

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Das war's auch schon mit meinem kleinen Tutorial. Wenn man alles beachtet, kann das z.B. so aussehen:

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Vielen Dank für's Lesen.