[Fanfiction] [Kurzgeschichte] Leben mit dem Tod

tsone

Spezialtruppe
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Ich hatte ja Lust, was neues zu schreiben, hier ist es. Leider nur sehr kurz, aber immerhin etwas, zu dessen Idee ich lange gebraucht habe :)

Kithaba schüttete den Sharrn in seinen weit aufgerissenen Mund. Das gelbe Getränk floss über die Zähne in den dunklen Schlund dahinter. Lärm. Immer dieser verdammte Lärm. Auf Tatooine war es nie so laut gewesen. Wütend ließ er seine mächtige Faust auf das Datapad krachen. Zu langsam. Billiger Schrott war das. Man fand kaum noch gute Geräte in einer Großstadt wie Coruscant. Glücklicherweise hatte Kithaba seine Waffen von einem zuverlässigen Raumhändler besorgt. Sein Blick wanderte zu der E-Netz. Die schwere Kanone war bereits teilweise ausgerichtet. Sobald der Zug an ihm vorbeikommen würde, würde die Waffe das Fenster, das statt dem wahren Innenleben der Wohnung ein Hologramm zeigte, zerfetzen. Aber nur, wenn dieses verdammte Datapad sich endlich aktualisierte. Ein leiser Fluch schlich sich über die Lippen des Söldners. Eine gefühlte Ewigkeit blinkte der grelle Schriftzug „LADEN“ bereits auf dem blauen Bildschirm. Er schaute wieder aus dem Fenster. Ein kleiner, roter Sphärengleiter zischte im Zickzack an den Häuserblocks vorbei. Vermutlich war der Fahrer stockbesoffen. Kithaba war anscheinend nicht der Einzige, der davon Notiz nahm – Sekunden später raste der Speeder mit noch höherer Geschwindigkeit wieder in die entgegengesetzte Richtung, diesmal jedoch von zwei kleineren Polizeischlitten verfolgt. Gelangweilt goss Kithaba sich ein weiteres Glas Sharrn ein, nahm es in den Mund und spie es schwungvoll gegen das Fenster neben der E-Netz. An den schmalen Metallstreifen zwischen den zwei Glasscheiben war ein modifiziertes DC-15x-Gewehr gelehnt. Wie gerne hätte der Nikto jetzt danach gegriffen um dem betrunkenen Piloten und den zwei Polizisten ein schnelles Lebensende zu bereiten. Aber er hatte sich unter Kontrolle. Keine unbedachten Handlungen, nicht jetzt, nicht hier, nicht so kurz vor dem Ziel. Ein lautes Piepen ließ den Kopfgeldjäger aufschrecken. Endlich. Die Daten waren da. Gierig griff Kithaba nach dem blau flimmernden Pad und sog die aufblitzende Nachricht ein. Ein breites Grinsen bildete sich auf seinem Gesicht. So schnell wie der betrunkene Pilot, aber deutlich koordinierter, wirbelte er herum und entsicherte die E-Netz. Der lange Lauf schwenkte herum und blieb dann abrupt stehen. Genau so war es richtig. Bereits jetzt hörte der Söldner die lauten Instrumente der Parade. Wie schön würden sie erst klingen, wenn er sich an diesem Konzert beteiligte. Der erste Gleiter zog am Fenster vorbei. Sicherheitspersonal. Unwichtige Menschen. Die Insassen des zweiten Schiffs waren zwar ein wenig interessanter, aber sie stellten kein Ziel für Kithaba dar. Höchstens ein Ärgernis. Aber die Sturmtruppen würden ihm nicht in die Quere kommen, wenn alles nach Plan lief. Nicht heute. Der dritte Speeder. Die Musiker. Dann die Nummer 5, der erste wichtige. Senatswachen. Kein sehr großes Hindernis, aber egal. Ein kleiner Schnipp, die E-Netz begann fürchterlich zu vibrieren, der Nikto wendete seine ganze Kraft auf, um sie an Ort und Stelle zu halten – der erste Knall. Das Fenster explodierte. Blaue Splitter flogen umher, die Senatswachen wendeten ihre Gesichter hinter dem schwarzen Visier in die Richtung des Söldners, bevor ihr Transportmittel mit viel Rauch und Lärm abwärts stürzte und in einer großen Flamme in der Unterstadt ankam. Dann war nichts mehr außer dem betäubenden Mörserfeuer der Kanone zu hören. Nur ein einziger Speeder war noch zu sehen, als sie verstummte. Weiß mit nachtblauen Blitzen. Kithaba griff nach dem DC. Ein nervöser Security-Offizier streckte seinen Kopf aus seiner Panzerzentrale. Zielen. Der Mann sah Kithaba und fummelte an einer kleinen DL-44, die an seinem Gürtel hing, herum. Schuss. Der Sicherheitsoffizier stürzte dem ersten Speeder hinterher. Nachladen. Wo versteckte sich der verdammte Gouverneur? Eine kleine Bewegung hinter einer der Türen. Der Söldner schraubte die Sprengstoffladung auf. Noch ein Leibwächter. Genervt zerrte Kithaba die imperiale E-11 aus dem Gürtel und sorgte dafür, dass der Idiot seinem Kameraden folgte. Erledigt. Er legte das DC an, verstärkte seinen Halt und schoss. Eine kleine Stichflamme, ein Schrei. Der Pilot, der die ganze Zeit nur versucht hatte, sein Schiff zu retten, blickte entsetzt hinter sich, dann schaute er Kithaba in die Augen. Der Mann riss an einem Schalter und sämtliche Türen wurden aus der Halterung gesprengt. Mit angstverzerrtem Gesicht schwang er sich aus dem Fahrzeug und stürzte sich in die Tiefe. Der grelle Fallschirm entfaltete sich und kurz darauf war der Pilot ein kleiner, gelber Fleck unter allem. Gefährlich, mitten in der Stadt abzuspringen. Wenn das kein Profi war, würde er vermutlich zermatscht unten ankommen. Kithaba sah sich nach dem Datapad um. Verdammt. Er hatte zu lange gebraucht, sagte ihm die Uhr darauf vorwurfsvoll ins Gesicht. Hektisch schmiss er das kleine Metallding in den Abgrund. Tschüss, Beweise. Er stopfte die Waffen in eine dunkelblaue Tasche neben dem Schreibtisch, als er den Speeder hörte. Mist, verdammter Mist! Ein blaues Licht erschien vor dem Fenster, als der Nikto die Tür hinter sich versiegelte. Er rannte jetzt. Hinter ihm zerschnitt ein unbarmherziger Laser das Metall. Schnelle Schritte. Eine scharfe Kurve, Kithaba krachte mit voller Wucht gegen die Wand, aber er rannte weiter. Der Arm war mindestens verstaucht, aber immer noch besser als tot. Die letzte Tür. Er riss die E-11 aus dem Holster und zerschoss den Knopf. Die Tür schwang auf. Er sprang in die Freiheit in Form seines gepanzerten Raumschiffes. Tasche in die Ecke. Der Motor lief bereits. Höchstgeschwindigkeit. Bloß weg hier. Hyperraumroute war schon berechnet. Überlichtgeschwindigkeit und… geschafft. Erschöpft ließ Kithaba sich in die Ledersitze fallen.

Die Geschichte greift Kithaba aus Jagd auf und erzählt von einem seiner Aufträge. Wer der Gouverneur war und von wem der Auftrag kam, wer weiß? Vielleicht hat ihn ja der Corporal geschickt?
 
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