Mercedes-Benz Arocs 3245

Beiträge
92
Es ist wieder soweit: die Baufahrzeug-Flotte kann erweitert werden. Diesmal um den Mercedes-Benz Arocs 3245. Irgendwer muss den Abraum von Bagger und Radlader schließlich abtransportieren.

Set: Mercedes-Benz Arocs 3245
Anzahl Teile: 2793
Preis Lego-Shop: 199,99 €
Altersempfehlung: 11-16 (Quelle: Lego-Shop)
Preis pro Teil: 7,16 Cent
Minifiguren: 0
Maße: Länge 54 cm, Breite 14 cm, Höhe 31 cm (Quelle: Lego-Shop)

Im Gegensatz zum Vorjahr (Volvo L350F Radlader) hielt sich meine Begeisterung in Grenzen, als der Mercedes-Benz angekündigt wurde und ich die ersten Bilder gesehen hatte. Das Fahrzeug ist nicht vollmotorisiert. Zum Fahren und Lenken muss man also schieben. Die Powerfunktionen können nur manuell umgestellt werden und nicht mit der Fernbedienung. Welchen Unterhaltungswert bietet die Pneumatik? Die Farbgebung spricht mich nicht an. Allerdings ist es laut Lego-Shop das bisher größte Lego-Technik Modell. Das bezieht sich vermutlich auf die Anzahl der Teile. Also habe ich dem Modell eine Chance gegeben und somit kann ich es Euch hier vorstellen.

Der einzelne Motor des LKW fährt die Seitenstützen ein und aus, dreht den Kran, hebt und senkt die Kippmulde und betreibt das Pneumatik-System indem es die Pumpe antreibt. Mit der Pneumatik wird der Kran bedient und die Greifklauen geöffnet und geschlossen. Beim Fahren bewegen sich die Zylinder im „Motor“ auf und ab. Das sieht man allerdings nur, wenn man das Fahrerhaus nach vorne kippt. Das Set hat einige Sticker. Was beim Volvo noch gefehlt hat, liefert dieses Modell: Ein bedruckter Stein, hier mit dem Mercedes-Benz Stern.

Zu dem Maßstab dieses Sets passen keine Minifiguren.

Die Schachtel ist sehr groß, in etwa 58 cm x 48 cm x 12 cm.






Das Alternativmodell, das auf der Rückseite der Packung dargestellt ist, werde ich nicht vorstellen.




Die Anzahl der Teile ist wirklich beeindruckend. Wie man sieht, gibt es nummerierte Tüten für verschiedene Bauabschnitte.



Die Anleitung ist 483 Seiten dick und hat gute Papier-, Bindungs- und Druckqualität. Die überlebt auch einen ungünstigen Fall vom Tisch mit nur leichten Blessuren ;). In meiner Version ist allerdings noch ein kleiner Fehler enthalten, bei dem ein Bauschritt fehlt. Im Internet habe ich aber gesehen, dass Lego schon informiert ist und der Fehler bei neueren und in der online verfügbaren Version behoben wurde. Sehr schade, es gibt keinerlei Informationen zu dem echten Mercedes-Benz. Vielleicht bin ich der einzige, der sich so etwas wünscht.



Das Modell besteht aus mehreren Modulen: Fahrerhaus, vordere Radaufhängung der Lenkachsen, hintere Radaufhängung, Hauptgetriebe, Kran und Kippmulde. Die Modulbauweise gefällt mir sehr gut. Im Folgenden Bilder vom Aufbau.

Einbau des einzigen Motors des Modells (L-Motor).







Die Lenkachsen sind einzeln aufgehängt und vollgefedert. Durch die Federung ist der Einbau einer Lenkung nicht gerade einfach, was hier aber genial gelöst wurde. In der folgenden Abbildung ist eine der Lenkachsen. Über die Federn wird das Achs-Modul zum Rest des Fahrzeugrahmens abgefedert. Bewegt sich die Lenkstange (die im Bild nach vorne zeigt) nach vorne oder hinten, bewegen sich die Achsen gegenläufig zueinander.



Von beiden Lenkachsen sind die Lenkstangen an einem Hebel befestigt. Kippt der Hebel zieht er an der einen Lenkstange und drückt die andere in die gleiche Richtung. Somit bewegen sie die Achsen auf der einen Seite nach vorne und auf der anderen Seite nach hinten. Die Lenkung funktioniert dabei auch einwandfrei, wenn die Federung der Achsen unterschiedlich eingedrückt wird. Die Lenkung ist so umgesetzt, dass die Räder der ersten und der zweiten Achse unterschiedliche Winkel bilden. Laut Anleitung hat die zweite Achse zum Beispiel einen Winkel von 19° während die erste Achse einen Winkel von 28° einschlägt. Ansonsten gäbe es bei zwei Lenkachsen Probleme beim Kurvenfahren.



Einer der Ausleger. Schade, die Stützen lassen sich nur per Hand hoch und runter drehen. Der 42009 Mobiler Schwerlastkran konnte das noch elektrisch angetrieben, allerdings mit einem wesentlich aufwendigeren Getriebe. Die Steuerung der Achsen ist mit den Warnlichtlampen auf beiden Seiten verbunden. Dreht man an einer der Lampen, bewegen sich die Achsen.



Einbau der Pneumatikpumpe in das Getriebe.



Das Getriebe ist solide, bietet aber im Vergleich zu anderen Modellen keine Überraschungen. Eine Neuerung gibt es aber schon. Bei den roten Getriebezahnrädern musste man bisher auf die Richtung zu der Kupplung achten. Das funktionierte nur auf einer der beiden Seiten. Jetzt sind beide Seiten des Zahnrads gleich.



Die vordere Radaufhängung mit befestigtem Getriebemodul.



Teil der hinteren Radaufhängung mit Linear-Antrieb für die Kippmulde.



Die hintere Radaufhängung, jeweils mit Differenzial.



Auch die hintere Aufhängung ist vollgefedert.



Der untere Teil des Krans. Ich hatte bisher noch kein Modell mit Pneumatik, daher beziehe ich mich auf Aussagen des Entwicklervideos von Lego. Der große Pneumatik-Zylinder soll einen doppelt so langen Arm haben wie sein Vorgänger. Der Technik-Anschluss zum Befestigen des Zylinders ist neu. Der Pneumatik-Zylinder für den Linearauszug ist dünner im Vergleich zum Vorgänger. Der Linearauszug soll laut Angabe des Entwicklervideos von Lego eine Neuentwicklung darstellen. Beim Aufbau ist mir allerdings nicht aufgefallen, wo der Unterschied zu den anderen Versionen ist. Auch die Drehscheibe ist neu, soll etwas größer sein und sich einfacher von Zahnrädern antreiben lassen. Die Schaufeln des Krans sind ein neues Technik-Teil. Alle Anschlüsse für die Pneumatik-Schläuche sind neu, mit einer sich verjüngenden Spitze, wodurch sich die Verbindung zum Schlauch leichter stecken lassen soll. Die Schläuche sollen flexibler sein als früher. Ich finde meine immer noch etwas sperrig. Der Anschluss der blauen Schläuche auf dem folgendem Bild war nicht so einfach, da die Abbildung in der Anleitung etwa genauso übersichtlich ist, wie mein Foto hier. Ansonsten ist die Anleitung aber sehr gut, wie oben schon beschrieben.



Das fertige Kranmodul. Auf beiden Seiten befinden sich unten Ventile mit denen sich die einzelnen Pneumatik-Zylinder ein- oder ausfahren lassen. An der Schaufel ist für das Öffnen und Schließen ein kleiner Pneumatik-Zylinder angebracht, der auch ein neues Technik-Teil darstellen soll.







Einbau des Kranmoduls. Die hinteren Achsen sind doppelbereift.



Einbau der, wie in echt, kippbaren Fahrzeugkanzel. Das Batteriefach kann man über eine Art Schnellverschluss einfach ausbauen um an die Batterien zu gelangen.







Aufbau der Kippmulde.



Das fertige Modell mit Größenvergleich zu einer Minifigur.



Mit ausgefahrenen Stützen. Die Stützen dienen nur der Optik. Stabiler wird der Stand dadurch nicht wirklich.















Die Front sieht sehr authentisch aus. Die Türen sind aufklappbar. Mit dem Nummernschild (das leider nur ein Aufkleber ist) hat sich einer der Designer verewigt, der Kossmann heißt. Einen kleinen Schwachpunkt sehe ich darin, dass sich der Kran nicht weiter einklappen lässt. Bei Tunnels wird das schnell eng.









Mit einem Hebel lässt sich die Kappe an der Kippmulde entriegeln um den Inhalt abkippen zu können.





Der Aufbau geht gut von der Hand. Die Vollfederung der Lenk- und Antriebsachsen ist einfach genial. Die Pneumatik-Funktion macht Spaß. Mit angehängtem 500ml-Plastik-Messbecher bewegt sich der Kran noch, kommt aber schwer an seine Grenzen. Leider habe ich keine Waage um das Gewicht des Messbechers zu bestimmen. Mit laufender Pumpe macht er so viel Krach, wie sein großes Vorbild ;). Die Pneumatik-Schläuche sind manchmal etwas störrig und können das Drehen des Krans stören. Dann muss man etwas an ihnen ziehen, damit es besser geht. Da ich jeden Einzelschritt fotografiert habe, kann ich keine Angabe für die Bauzeit machen. Ein paar Stunden Spaß waren es jedenfalls. Die Modulbauweise ist toll. Das Modell gibt sich optisch aus keiner Perspektive die Blöße. Das Weiß der Fahrerkanzel ist aber nicht so meins und es lässt sich auch nicht so einfach vor meinem Hintergrund fotografieren. Ein schönes Blau oder Grün hätte mir da besser gefallen. Der größte Nachteil aus meiner Sicht, ist das Fehlen eines ferngesteuerten Antriebs und Lenkung. Ein Umbau dürfte aber relativ einfach sein. Das manuelle Umschalten der Powerfunktionen und Herunterlassen der Stützen stört mich nicht so sehr, wobei eine Modifikation dafür schon umfangreicher sein dürfte.

Wie macht sich jetzt der „Neue“ im Vergleich zu meinem restlichen Fuhrpark?
42043 Mercedes-Benz Arocs 3245, Anzahl Tele 2793, 7,16 Cent / Teil, Jahr 2015
42030 Volvo L350F Radlader, Anzahl Teile 1636, 219,99 €, 13,45 Cent / Teil, Jahr 2014
42009 Mobiler Schwerlastkran, Anzahl Teile 2606, 199,99 €, 7,67 Cent/Teil, Jahr 2013
8043 Motorisierter Raupenbagger, Anzahl Teile 1123, 159,99 €, 14,25 Cent /Teil, Jahr 2010 (bei dem Preis bin ich mir nicht mehr ganz sicher)



Zum Vergleich der anderen Modelle verweise ich auf meine Vorstellung des 42030 Volvo L350F Radlader.
Der neue Preis-Teile-Sieger ist der Mercedes-Benz. Er hat auch absolut am meisten Teile. Das Getriebe ist Standard. Das Pneumatik-System macht Spaß. Die Arbeit damit im Sandkasten würde ich allerdings nicht empfehlen. Er stellt allerdings nur eine Ergänzung dar, da ihm einige Powerfunktionen leider fehlen.
Bleibt zum Schluss wieder die Frage nach der Lizenz. Angesichts des guten Preis-Teile-Verhältnisses scheint es mir nicht teurer zu sein, als ein Fantasieentwurf. Die Umsetzung des Mercedes-Benz ist sehr gut gelungen und der gedruckte Stern wird vielen gefallen. So gesehen, freue ich mich auf vielleicht weitere Lizenzmodelle im nächsten Jahr.

Der Mercedes-Benz Arocs 3245 passt sich wunderbar in jede bestehende Technik-Baufahrzeuge-Flotte ein. Die Kippmulde kann bequem vom Bagger und Radlader beladen werden. Ich kann Euch das Modell nur empfehlen.


p.s. Danke an Wookiekrieger und Rolli, die mir geholfen haben, die Bilder in diesem Beitrag richtig einzubinden.
 

Mariner69

Der Mann aus dem Meer
RLUG Orga
Beiträge
4.097
Wow,

ein toller Aufbaubericht deines Mercedes-Benz Arocs 3245, schöne Bilder. :dh
Einen Fehler habe ich gesehen hinten an der Stoßstange das rechte Rückfahlicht mit dem Blinker vertauscht.

Mich würde es interessieren wie lange man an den Mercedes-Benz Arocs 3245 baut?
Vieleicht hole ich mir auch einen.

Lg
Mariner69
 

markus1984

Bekanntes Mitglied
Beiträge
5.080
Sehr Geil!

Da kann ich auch nur vielen Dank für deinen Bericht und vor allem für die Arbeit was dahinter steckt bedanken.
Hab jetzt zwar mit Technik genau gar nix am Hut aber mal zu sehen wie so ein Truck heut zu Tage aufgebaut wird ist schon faszinierend und absolut interessant.

Tolle Fotos und schön Informativ geschrieben!

Danke :dh

LG
Markus
 

Großadmiral Thrawn

Imperium
RLUG Orga
Beiträge
4.546
Hi,

schöner Aufbaubericht für ein Technikmodell. Gefällt mir und wie schon gesagt sehr informativ. Mit vielen Bildern.

Gruß Thrawn
 
Beiträge
92
Schön, dass Euch der Bericht gefallen hat und danke, dass Ihr auch einen Kommentar hinterlassen habt. Technik ist hier im Forum ja ehr nur eine Randerscheinung ;) .

@Mariner69
Im Netz hab ich gesehen, dass man so 6-8 Stunden baut. Und was? Die Lichter sind vertauscht?! Wie hat der nur seinen TÜV bekommen? Wird sofort behoben. Also meine Empfehlung für einen Kauf hast Du schon. Ich glaube, man bekommt ihn zur Zeit auch etwas günstiger.
 

fr4ggl3

Kämpfer gegen die aufkeimende Sucht
Beiträge
383
Schöner Bericht über ein tolles Modell. Kleiner Hinweis: Bild Heckansicht. Tausch doch mal auf der rechten Seite das weiße Rückfahrlicht mit dem gelben Blinker. Macht doch keinen Sinn wenn der Blinker innen ist ;)
 

kwulfe

Sturmtruppe
Beiträge
293
Danke für den tollen Review.
Hab mir das Set jetzt auch zugelegt. Ist erst mein zweites Technik Set überhaupt. Hoffe, dass der Aufbau nicht zu kompliziert wird.
 
Oben Unten